Die Legenden über den Heiligen Nikolaus

Der Heilige Nikolaus gehört zu den bekanntesten Heiligen und es ranken sich viele Legenden um ihn. Die bekanntesten Nikolaus-Legenden möchten wir Euch erzählen.




In vielen Gegenden ist es Brauch, am Abend vor dem Nikolaustag Strümpfe am Kamin aufzuhängen, die der Nikolaus dann mit feinen Sachen füllt. Dieser Brauch geht auf eine der bekanntesten Legenden über den Heiligen Nikolaus zurück:


Die Legende von den drei armen Töchtern


In Myra lebte ein Mann mit seinen drei Töchtern. Leider war die Familie so arm, dass sie nicht heiraten konnten. Der damals noch junge Nikolaus, der von seinen verstorbenen Eltern ein grosses Vermögen geerbt hatte, erfuhr von diesen drei armen Mädchen und wollte ihnen helfen. Er wollte aber nicht, dass die Leute erfahren, wer hinter dieser Hilfe steckt. Also schlich er sich mitten in der Nacht leise zum Haus, in dem der Vater mit seinen drei Töchtern lebte und warf einen Goldklumpen hinein. Der Klumpen verfing sich in einem der Strümpfe, die zum Trocknen am Kamin hingen. Als die älteste Tochter am nächsten Morgen das Gold entdeckte, war die Freude riesig.

Doch auch den beiden anderen Töchtern wollte Nikolaus helfen und so machte er sich in der folgenden Nacht wieder auf und warf einen weiteren Goldklumpen ins Haus. Damit machte er auch die zweite Tochter überglücklich. Nun wollte der Vater unbedingt in Erfahrung bringen, wer denn der Wohltäter seiner Töchter sei und versteckte sich. Nachdem der Nikolaus in der nächsten Nacht auch für die jüngste Tochter einen Goldklumpen ins Haus geworfen hatte, konnte der Vater den Nikolaus einholen und ihm von ganzem Herzen für seine grosse Hilfe danken.


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Drei sehr bekannte Legenden über den Heiligen Nikolaus handeln von Schiffen. Daher gilt Nikolaus auch als Schutzheiliger der Seeleute.


Die Legende vom Kornwunder


In der Hafenstadt Myra, wo Nikolaus Bischof war, herrschte eine schlimme Hungersnot, weil es lange Zeit nicht geregnet hatte.

Eines Tages kam ein mit Weizen beladenes Schiff im Hafen an. Doch dieser Weizen war nicht für die Bewohnerinnen und Bewohner von Myra gedacht, denn das Schiff machte im Hafen nur einen Zwischenhalt. Nikolaus bat jedoch den Kapitän des Schiffes, etwas von der Ladung für die hungernden Menschen in Myra dazulassen. Der Kapitän aber erwiderte: «Ich kann Dir nichts von diesem Weizen abgeben. Das Korn ist für den Kaiser gedacht und die Menge ist genau abgewogen. Wenn etwas fehlt, dann wird mich der Kaiser bestrafen».

Darauf hat Nikolaus dem Kapitän gesagt: «Sei ohne Sorgen und gib mir etwas vom Weizen, damit die Menschen hier nicht verhungern. Mit Gottes Hilfe wird kein Korn fehlen, wenn Du die Schiffsladung beim Kaiser abgibst». Daraufhin war der Kapitän bereit, einen Teil des Weizens in Myra zu lassen und fuhr weiter.

Nikolaus verteilte das Korn an die hungrigen Menschen und alle wurden satt. Was übrig blieb, wurde auf den Feldern für das kommende Jahr ausgesät.

Als das Schiff an seinem Ziel angekommen war, wurde die Ladung gewogen – und siehe da, der Weizen war genauso schwer wie bei der Beladung des Schiffes!


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Die Legende vom Seesturm


Die Legende besagt, dass Schiffsleute auf dem Weg nach Myra in einen schweren Seesturm gerieten. In ihrer Not riefen sie den Heiligen Nikolaus an. Daraufhin entdeckten sie einen Mann auf dem Schiff, den sie nicht kannten. Er packte überall mit an und half, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Als sich der Sturm verzogen hatte, wollten sich die Schiffsleute bei dem ungekannten Mann für seine Hilfe bedanken. Doch dieser war plötzlich verschwunden. Als das Schiff im Hafen von Myra angekommen war, gingen die Schiffsleute in die Kirche, um sich für ihre Rettung zu bedanken. Dort erkannten sie den unbekannten Mann, der ihnen geholfen hatte: Es war der Heilige Nikolaus.


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Die Legende vom geretteten Sohn


Ein reiches Ehepaar wollte unbedingt ein Kind und bat den Heiligen Nikolaus um Hilfe. Der Mann versprach, zum Dank eine Pilgerreise nach Myra zu unternehmen und der dortigen Nikolauskirche einen wertvollen Kelch zu stiften. Der Kinderwunsch ging in Erfüllung und das Ehepaar bekam einen Sohn. Nach ein paar Jahren wollte der Vater sein Versprechen einlösen und machte sich mit seinem Sohn auf den Weg nach Myra. Unterwegs liess er einen wertvollen Kelch anfertigen. Als er den Kelch sah, fand er ihn so schön, dass er diesen für sich behalten wollte und liess einen zweiten Kelch aus billigerem Material herstellen. Auf der Überfahrt nach Myra bat der Vater seinen Sohn, mit dem wertvollen Kelch Wasser aus dem Meer zu schöpfen. Der Sohn wollte diesen Wunsch erfüllen, fiel dabei jedoch ins Wasser und verschwand mitsamt dem Kelch im unruhigen Meer.

Als der traurige Vater in Myra ankam und den zweiten Kelch auf den Altar der Nikolauskirche stellen wollte, fiel dieser immer wieder herunter. Auf einmal erschien in der Kirche der Sohn, putzmunter und mit dem wertvollen Kelch in der Hand. Er erzählte dem Vater, dass er vom Heiligen Nikolaus gerettet wurde. Der Vater beschloss daraufhin, beide Kelche der Kirche zu stiften.


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Nebst den Schiffsleuten ist der Heilige Nikolaus der Schutzpatron vieler weiterer Berufs- und Personengruppen, beispielsweise:

  • Kaufleute

  • Jurist/innen

  • Apotheker/innen

  • Metzger/innen

  • Bäcker/innen

  • Pfandleiher/innen

  • Getreidehändler/innen

  • Schneider/innen

  • Gefängniswärter/innen

  • Fuhrleute

  • Ministrant/innen

  • Schüler/innen

  • Student/innen

  • Pilger/innen

  • Russinnen und Russen

  • Kroatinnen und Kroaten

  • Serbinnen und Serben

  • Gefangene

  • Diebe

  • Reisende

  • Liebende

  • Gebärende

  • Alte

  • Kinder


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