Weihnachtsbäumiges - Allerlei rund um den Christbaum

Etwas Geschichtsunterricht


Vorchristliche Ursprünge

Der Baum ist in verschiedenen Kulturen und Religionen ein Symbol für das Leben. Ganz besondere Lebenskraft verkörpern Bäume, die auch im Winter grün sind. Die Menschen stellten sich schon vor vielen Jahren über die Winterzeit grüne Zweige in das Haus, dies sollte für Gesundheit sorgen und Hoffnung geben, dass die Natur nach dem Winter wiedererwachen wird.


Paradiesbaum

Bevor der Christbaum bekannt wurde, gab es in der Kirche sogenannte «Paradiesspiele», bei denen die Geschichte von Adam und Eva nachgespielt wurde. Zu diesen Spielen gehörte ein immergrüner Baum, der «Paradiesbaum». Dieser war mit der in der Bibel genannten verbotenen Frucht geschmückt, nach der damaligen Vorstellung waren das rote Äpfel.


Aus der Region

Christbäume sind mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet, der Brauch aber stammt aus unserer Nachbarschaft. Die ersten schriftlichen Erwähnungen einer Weihnachtstanne finden sich im 15. Jahrhundert und stammen aus dem elsässischen Strassburg. Etwa zur gleichen Zeit wurde von einem mit allerlei Leckereien geschmückten Baum in einem Zunfthaus im badischen Freiburg berichtet. Rund 200 Jahre später wurden die Bäume dann auch mit Kerzen geschmückt.


Halsüberkopf

Früher war es nicht unüblich, den Weihnachtsbaum an der Decke aufzuhängen. Das klingt vielleicht komisch, stammt aber von der Tradition ab, im Winter grüne Zweige in die Stube zu hängen. Zudem hatte es auch ganz praktische Gründe: Ein an der Decke hängender Baum braucht weniger Platz und kann nicht so leicht umgestossen werden.


Reformierter Baum, katholische Krippe

Bis ins letzte Jahrhundert hinein konnte die Konfession einer Familie mit Blick in deren Weihnachtsstube erraten werden: Während in katholischen Haushalten eine Weihnachtskrippe stand, hatten evangelische Familien einen Christbaum daheim.

Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Weihnachtsbäume in katholischen Kirchen erlaubt. Den Weg in den Vatikan fand der Christbaum im Jahr 1982, als Papst Johannes Paul II die erste Tanne auf dem Petersplatz in Rom aufstellen liess.


Die Symbole des Christbaumschmucks

Früher haben die Menschen rote Äpfel an den Christbaum gehängt. Nach und nach wurden diese Äpfel durch Glaskugeln ersetzt. Die runde Form - der Äpfel wie auch der Kugeln - ist ein Symbol für die Ewigkeit, denn ihre Rundungen haben keinen Anfang und kein Ende. Auch Gott ist ewig, also immer da. Die runde Form steht aber auch für Vollkommenheit, denn eine Kugel gilt als die perfekte Form.

Die rote Farbe steht für das Blut, das vom Jesuskind später vergossen wird, um damit die Menschen zu erlösen.

Die Kerzen am Baum sind ebenfalls ein Symbol für Jesus, der als das Licht der Welt auf die Erde gekommen ist.


Wissensfutter für Schlaumeier


Oh Dänenbaum

Habt Ihr gewusst, dass die meisten der bei uns erhältlichen Tannenbäume in Dänemark in die Baumschule gegangen sind? In diesem Land wachsen rund 100 Millionen Tannen für die guten Weihnachtsstuben Westeuropas. Die beliebteste Sorte, die «Nordmanntanne», heisst übrigens nicht so, weil Dänemark im Norden liegt, sondern weil sie nach dem Biologen Alexander von Nordmann benannt ist - und der war Finne.


Ente, Gans und Tannenbaum

Habt Ihr gewusst, dass der Komponist des bekannten Weihnachtslieds «Oh Tannenbaum», Ernst Anschütz, auch die beiden Kinderlieder «Alle meine Entchen» und «Fuchs, Du hast die Gans gestohlen» schrieb?

Übrigens: «Oh Tannenbaum» ist auch die Melodie der Staatshymne des US-Bundesstaats Maryland.


Veganer Baumschmuck

Habt Ihr gewusst, dass in den USA mit dem «Christmas Pickle» an vielen Christbäumen ein ganz spezieller Baumschmuck hängt? Dabei handelt es sich um einen einzelnen Anhänger in Form einer Gurke, der an den Christbaum gehängt wird. Die Gäste an Heiligabend müssen diese grüne Gurke, die sich in der ebenfalls grünen Tanne gut versteckt, suchen. Wer die Gurke zuerst entdeckt hat, darf entweder das erste Geschenk auspacken oder bekommt ein Extra-Päckchen. Viele Menschen in den USA glauben übrigens, dass es sich bei diesem Brauch um eine bei uns im deutschsprachigen Raum weitverbreitete Tradition handelt.



Eins, zwei, drei…, hundertachtundsiebzigtausenddreihundertdreiunddressig!

Habt Ihr gewusst, dass ein durchschnittlich grosser Christbaum der Sorte «Nordmanntanne» 164 Zentimeter hoch ist und rund 178.333 Nadeln hat? Gezählt wurden diese einzelnen Nadeln für eine Kindersendung im Fernsehen.



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